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Modernste Technik bewahrt die Tradition

Modernste Technik bewahrt die Tradition
Artikel vom:
24.12.2007
Artikel aus:
Bayerische Rundschau

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WIRTSCHAFT Die Privatbrauerei Schübel hat 50 000 Euro in einemneue Abfüllanlage investiert und trägt damit demKundengeschmack Rechnung.

 

Stadtsteinach — In Bayern und Franken gilt Bier dasGrundnahrungsmittel. Große und kleinere Brauereien brauen den edlen Gerstensaft in verschiedenen und ihnen ganz eigenen Geschmacksrichtungen und tragen mit einemgroßen Teil zur puren Lebensfreude bei. Eine davon ist die Brauerei Schübel in Stadtsteinach, die seit 135 Jahren die hohe Braukunst in familiärer Atmosphäre betreibt.
In einer Zeit, wo noch viele Kommunbrauer ihr Bier im städtischen Brauhaus in der Stadtsteinacher Bahnhofstraße herstellten und dann zuHause in ihren Kellern reifen ließen,wagte sich Wilhelm Schübel an den Aufbau einer eigenen Brauerei. „Das war schon ein mutiger Schritt, gerade vor den Toren der großen Kulmbacher Brauereien“, sagt Andrea Schübel-Münch, die das Familienunternehmen seit 2004 mit ihrem Mann Jürgen in der fünften Generation erfolgreich führt.

Mit Pferdefuhrwerken unterwegs

Aus Erzählungen weiß sie, dass auch schon andere Zeiten durchzustehen waren. So hinterließen die beiden Weltkriege ihre Spuren, und der Braubetrieb konnte damals nur unter größtenKraftanstrengungen aufrecht erhalten werden. Beschwerlich war auch der Transport des Bieres ins Oberland, was mit ferdefuhrwerken geschah und vor allem im Winter äußerst problematisch war.
Ab Mitte der fünfziger Jahre nahm das Unternehmen mit dem Brauen des ersten Pilsbiers eine rasante Entwicklung auf. „Heute produzieren wir ungefähr 85 Prozent Pils, wobei sich auch unsere anderenMarkenwie Dunkel, der bernsteinfarbige Florianstrunk, Bockbier und Radler immer größerer Beliebtheit erfreuen“, erzählt die  Brauereichefin.
Das alles ging natürlich nicht ohne beträchtliche Investitionen ab. Wurden ehemals Eichen und Alufässer zur Lagerung verwendet, so geschieht das seit 1995 über eine moderne Keg-Anlage.

7000 Flaschen pro Stunde

Und erst in der vergangenen Woche wurde eine neue, leistungsstarke Flaschenfüllanlage mit einer Kapazität von bis zu 7000 Flaschen pro Stunde in Betrieb genommen.  Die neue Anlage hat den Vorteil, dass das Bier weniger mit Sauerstoff belastet und deshalb länger haltbar wird. Man wird dadurch dem Handel und dem Wunsch des Kunden gerecht. „Eine Gesamtinvestition von nahezu 50 000 Euro“, sagt Braumeister Jürgen Münch, der in seiner Brauerei auch schon mehrere neue Biersorten kreiert hat, nicht ohne Stolz.
Nach ihrem Motto „Tradition verpflichtet – Fortschritt entscheidet“ sind die beiden Brauereibesitzer auch immer für Neuheiten aufgeschlossen. „Wir haben ein junges Team, das voll mitzieht“, sagen die beiden, denen es aber ebenso wichtig ist, dass auch die „alten Hasen“ in ihrer Familie ihr Wissen einbringen. Mit Freude nehmen sie zur Kenntnis, dass das regional und handwerklich gebraute Bier zu immer größerer Beliebtheit unter den Feinschmeckern gelangt. Aber Jürgen Münch bekommt auch einige Sorgenfalten auf der Stirn, wenn er an die erheblich gestiegenen Rohstoffpreise denkt. „Das ist auch durch Einsparmaßnahmen nicht zu kompensieren“, erklärt er und rechnet damit, dass die Mehrbelastung – wenigstens teilweise – an die Kundschaft weitergegeben werden muss.
Angst umnden Fortbestand ihrer Privatbrauerei brauchen die Schübels eigentlich nicht zu haben, denn seit September erlernt nun auch Sohn Mario den Beruf als Brauer und Mälzer. Somit ist die spätere Übernahme in sechster Generation so gut wie in trockenen Tüchern.

„Halbzeit-Seidla“ kehrt zurück

Doch jetzt können sich die Bierkenner erst einmal auf das kommende Jahr freuen, denn dann kommt wieder verstärkt das beliebte „Halbzeit-Seidla“ auf den Markt, das vor zwei Jahren zur Fußballweltmeisterschaft schon für Furore sorgte. Bier- und Fußballfreunde werden dann zur EM nicht nur kräftig auf die deutsche Mannschaft anstoßen,
sondern auch auf die Brauerei Schübel, die ihnen damit ein einzigartiges Schmankerl präsentiert.